Hofbericht

Mein Fondlihof – magisch früh

Ich bin also die Tese, die von Biel her zu ortoloco reist. Schon früh kommt mein Zug an, und von der magischen halben Stunde auf dem Fondlihof, bevor die Arbeit für die Erntehelfenden beginnt, erzähle ich heute.

Mein Fondlihof – magisch früh
SliceText

Meine Zugreise von Biel führt über Aarau und Killwangen, und dann mit der Limmattalbahn durch die Agglomeration und das Spreitenbach-Areal bis Dietikon Maienweg. Um 7h20 komme ich an. Bereits vom Niderfeld, der Station vor dem Maienweg, hat man schöne Aussicht auf den Fondlihof und das Gebiet von ortoloco, wenn man weiss, wo schauen. An meinem Geburtstag Mitte Juni habe ich mit meiner Familie eigens die Fahrt gemacht und es ihnen gezeigt: „Schaut dort, da seht ihr hinüber zu unseren Gemüsefeldern, und ihr seht die eingepackten Kirschenhecken glänzen, und rechts davon, das gelbe Haus mit den blauen Fensterläden, das ist das Wohnhaus des Fondlihofs.“

Am Maienweg schnappe ich mir meistens ein Velo von ortoloco, es gibt mehrere, und Michael hält sie gewissenhaft und sorgfältig instand. Zurzeit wird am Bahnhof umgebaut, der Veloständer kann nicht genutzt werden, und so bin ich in der letzten Zeit jeweils die 700 Meter auf den Fondlihof gelaufen. Es schlägt einem das Herz vor Freude, wenn man zu dem wunderbaren Blühstreifen vor der
Kirschenplantage kommt. Ein Fahrradtourist ist vom Bike gestiegen und macht gerade ein Foto. „Grüezi!“ sage ich, um mich als Bernerin in der Fremde sprachlich anzupassen, „wunderschön, nicht wahr?“ Und zusammen bewundern wir die farbige Biodiversität, bevor ich dann weitergehe.

SliceImageGallery
SliceText

In der frischen hellen Morgensonne steht das Wohnhaus des Fondlihofs mit der lichtgelben Fassade und dem zauberhaften Garten davor, der einmal mehr Glücksgefühle auslöst. So ein wunderbares Reich – für Bienen, Schmetterlinge, Insekten und allerlei Kleintiere, und natürlich für unsere Augen. „Geh aus mein Herz, und suche Freud!---“ Und genau so, wie ein Biogarten sein soll, genau so ist der Fondlihof-Garten: Grosszügig und reichhaltig, nicht steril gepützelt, aber mit Herz und viel Sachverstand betreut und gepflegt. Ich habe einen aufmerksamen Blick für Gärten, meine Mutter ist Gärtnerin, meine Grosseltern hatten eine Gärtnerei.

SliceImageGallery
SliceText

Ich gehe dann weiter, zu unseren Gemüsefeldern. Was wird wohl heute geerntet? Fava hat es noch immer, diese köstliche Ackerbohne, aus deren Kerne mein Schulfreund Rolf so leckeres Puree zu bereiten weiss, mit Minze und Zitrone. Die Kefen sind auch noch nicht ganz abgeernet, und der Fenchel steht schön.

Und dann die drei Gemüsetunnel hintereinander! Auberginen prunken mit violetten Blumen, Cherrytomaten, noch grün, aber bereits in Topform, lachen vor sich hin. Am Ende des ersten Tunnels befindet sich auch die „Pikierstation“, wie ich das bei mir nenne. Andrea und andere Sachverständige pikieren hier jeweils sorgfältig Jungpflänzchen aus den Anzuchtgefässen in einzelne Töpfchen. Und schon bei meiner Ankunft gehe ich eben jeweils schauen, was da bereit steht, noch ganz winzig, um dann später ausgepflanzt zu werden, und zu wachsen bis dereinst zur Ernte: Broccoli, Sellerie, Wirz, Basilikum…

SliceImageGallery
SliceText

Dann kehre ich zurück auf das Hofgelände, will noch die Hühner und die beiden Hähne grüssen, und schauen, wie weit die Beeren sind. Und natürlich die Hofstatt bewundern, mit den Hochstamm-Apfelbäumen, denen der Schulfreund Rolf letzten Winter zusammen mit Philipp so kompetent die „Öschbergkrone“ verpasst hat.

SliceImageGallery
SliceText

Und noch viel gäbe es von der zauberhaften frühen halben Stunde auf dem Fondlihof zu erzählen, denn schöne Winkel und Plätzchen sind hier fast endlos zu entdecken. Aber jetzt ist es fast acht Uhr – die Ernte beginnt!