Hofbericht

Mein Fondlihof – Küherfreuden und Tomatenglück

Seit letztem Mittwoch hat die Tese es gewusst: Heute wird sie Tomaten ernten dürfen! Das tut sie dann auch, fast drei Stunden, aber zuerst gibt es noch anderes zu sehen und zu tun…

Mein Fondlihof – Küherfreuden und Tomatenglück
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Seit anfangs Mai schon hat die Tese der Tomatenernte gespannt entgegengesehen. Sie hat immer wieder fotografiert, wie aus kleinen Setzlingen meterhoch rankende Tomatenstauden wurden. Und sie hat sich gefragt, welche Formen und Farben all die Tomaten wohl haben werden.

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Seit mehreren Wochen nun gibt es reife Tomaten, und es wird geerntet! Aber für die Tese, die jetzt ein paarmal am Mittwochmorgen bei ortoloco gewesen ist, traf es sich nie zum Tomatenernten. Das hat sie ein Stück weit gewundert, und darum wurde es ihr erklärt: Tomaten werden bei ortoloco immer am Montagmorgen und am Mittwochabend geerntet. Wenn sie also am nächsten Montag herkäme, dann könnte sie auch mal dabei sein.

Und so hat die Tese jetzt 5 Tage Vorfreude gehabt auf die Tomatenernte. Das ist insofern bemerkenswert, als die Tese eigentlich die Vorfreude verlernt hat, seit vor etwas mehr als elf Monaten ihr Mann gestorben ist. Bloss ist es so, dass die Natur das eben nicht weiss, mit der verlernten Vorfreude der Tese, die Natur weiss solche Sachen nicht und überlistet die Tese regelmässig mit allerlei Freuden auf dem Fondlihof. Und nun eben sogar mit einer Vorfreude: Die Tomatenernte!

Als die Tese am Montagmorgen bei ortoloco ankommt, wie gewohnt gegen halb acht Uhr, gibt es aber zuerst noch eine andere schöne Überraschung! Nämlich genau zu dieser Zeit lässt die Fondlihof-Bäuerin, Tina, die Herde auf die Weide.

So schön ist das, so stimmig dieser Augenblick, dass die Tese, die auch noch – und das weiss man im Limmattal vielleicht noch nicht – Jodlerin ist, es leise bei sich erklingen lässt: «Bi dene Chüehne uf der Weid, het der Senn si Fröid».

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Um acht Uhr geht es dann los, das Ernteteam besammelt sich bei Robi und Ste, es werden zwei Gruppen gebildet, die einen gehen mit Robi ernten - Schnittmangold, Wasserspinat, Zucchini, und verschiedenes mehr - und Sarah und ich gehen mit Ste Richtung Tomaten. Da beginnen wir aber noch nicht, zuerst gibt es noch ein Präludium mit Gurken. Salatgurken und Gurken Nostrano gilt es zu ernten. Dazu erhalten wir spezielle Gurkenmesser, mit runder Klinge. Die sind perfekt! Liegen gut in der Hand, schneiden präzise und schön.

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Und danach ist es soweit! Wir nehmen die Tomaten in Angriff. Es ist ein Paradies der Formen, Farben, Sinne – als ob die Street Parade von gestern irgendwie heute bei ortoloco ihre fröhliche Fortsetzung fände.

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Die Tese pflückt eimerweise rote und orange Cherrytomaten – runde, längliche, solche mit Spitz--- Es ist ein Fest. Und ganz am Schluss darf sie noch hinter eine ganz besondere Sorte gehen: Wenn deren Früchte reif sind, erglänzen sie in einem fast geheimnisvollen Pastellrosa. Und wenn man sie isst, vermeint man Spährenklänge zu vernehmen, so köstlich sind sie.

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Eine ganze Kiste davon füllt sich noch bis Mittag, und dann ist es geschafft mit den Tomaten für heute.

Die Tese schaut befriedigt auf ihre fleissigen Hände und staunt: Die schimmern grün und golden! Es kommt einen vor wie der Froschkönig im Märchen. Was ist denn dies? Da wird wohl das Smartphone Bescheid wissen. Das tut es auch, die grünlichen und leicht goldenen Finger, kann man KI generiert lesen, entstünden durch den Kontakt mit dem Saft der Tomaten, der das Pigment Chlorophyll enthalte. Dies könne auf die Haut gelangen und da zu einer leichten Verfärbung führen. Das sei aber unbedenklich, dagegen solle man aber beispielsweise keine unreifen Tomaten essen, da diese Solanin enthalten und Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen können. Nun, es steht fest - geerntet haben wir einzig und ausnahmslos ausgereifte Tomaten! Ste und Sarah können es bezeugen: Nur reife, saftige Tomaten von erlesenstem Geschmack und perfekter Konsistenz sind gepflückt worden. Triple A-Qualität, wie alles, was vom Fondlihof kommt.

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