Mein Fondlihof – Hört die Frühlingssignale!
Die Tese ist zurück bei ortolocco. Konfibrot reloaded und knackiger Grumolito

Endlich kann die Tese aus Biel wieder alle und alles begrüssen auf dem Fondlihof. Wie verlockend ist das jetzt doch in den letzten Wochen immer gewesen, auf dem Signal-Kanal von ortoloco - die schönen Fotos, vom «Frühlingserwachen», von den frisch frisierten Obstanlagen, von Mittagessen an der Sonne. Die Tese hatte schon gewaltig das Reissen, und jetzt ist sie wieder da.
Auf fast den Tag genau ein Jahr ist es her, dass sie zum ersten Mal auf den Fondlihof gekommen ist. Ihr Schulfreund Rolf und seine Frau Rosa haben ihr schon seit vielen Jahren von ortolocco erzählt, das hat die Tese immer fasziniert und am 17. März 2025 war es dann so weit, da kam sie her, zu ihrer ersten Ernte. Seither ist sie regelmässig hier, und seit dem Sommer 2025 macht sie auch das, was Rolfs Frau augenzwinkernd und mit dem ihr eigenen verschmitzten Lachen «die Hofberichterstattung» nennt, denn Rosa Grunder stammt aus Gmunden in Oberösterreich, da hat sie die alte k.u.k Donaumonarchie natürlich in der DNA, und folglich Sinn für diesen schönen Begriff.
Heute ist Rosa Grunder nicht da, aber dafür die andere Rosa, jene mit dem schönen Henna-Zopf, Mitglied des Fachkräfteteams und ausgebildete Gemüsebäuerin, und gleich wird sie uns zur heutigen Ernte anleiten. Zuerst aber geht die Tese wie immer noch einen Moment über das Gelände, grüsst die Hühner, beschaut die Felder und die Gemüsetunnel, und dort wie immer besonders gespannt die Aufzuchtstation.
Weil die tiefen Temperaturen zurückgekehrt sind, ist alles, was Pikiermeisterin Andrea und ihr Team kürzlich angezogen haben, sorgsam mit Fliess abgedeckt. Wenn die Tese in vierzehn Tagen zum nächsten Ernteeinsatz kommt, wird sicher schon viel mehr zu sehen sein, und darauf freut sie sich jetzt schon. Das ist etwas von dem vielen Schönen bei ortolocco: Es gibt immer etwas, auf das man sich freuen kann.

Danach reicht die Zeit noch rasch, um in den Pausenraum zu gucken, und da sind gerade Tina und Robi mit Theo am MIttagessen. Theo hat den ersten Tag im Praktikum bei ortolocco, und Theo ist ein sehr grosser Trost, weil der Tese doch die Praktikantinnen vom letzten Jahr so fehlen – die Ste und Nati, mit denen sie so oft hat ernten dürfen. Nun also ist da Theo, und das ist wunderbar.
Das Wetter zeigt sich gleich wie vor einem Jahr – bedeckt der Himmel, und kühl ist es, und windig.
Mittlerweile sind auch Erntegspänlis eingetroffen – François und Angela, die für Max da ist, und etwas später kommt noch Linda mit ihrem Mann und ihrer Tochter, die sich bei der Ernte dann als sehr flink und anstellig ausweist.
Schwungvoll zielgerichtet geht es jetzt mit Wagen und Erntekisten zu dem zweiten Gemüsetunnel hoch, wo die Ernte beginnen wird.

Der Erntenachmittag präsentiert sich in der Folge mit einer interessanten Dynamik: Er beginnt leicht und beinahe verspielt, im warmen, sogar von einzelnen Sonnenstrahlen beschienen Gemüsetunnel, und er endet dann bei rauen Lüften und in zähem Ringen draussen auf dem Feld.
Im Tunnel ernten wir herrlichen Spinat, gefolgt von Schnittsalat, das wickelt sich locker und flott ab. Es folgt dann die Ruccola-Tour, die geht auch leicht, man muss sie einfach mental verkraften. Der Ruccolo präsentiert sich erntebereit stets in putzigen Spiralen, gibt da ordentlich was her, und geschnitten, den Boden einer Gemüsekiste bedeckend, wirkt er dann so ein wenig wie ein eingeschüchtertes Häufchen. Aber abgepackt für die Abo-Taschen, in attraktiven Portionen, wird er sich dann ganz sicher wieder äusserst verlockend ausnehmen.

Und dann geht das Ernten also in die zweite Phase. Noch vor der Pause geht es hinunter auf Feld, zum Grumolo-Salat. Den kennt die Tese noch gut vom letzten Jahr her. Sie weiss, das sind grosse, fast kreisrunde Rosetten, die sich in Abstand von einigen Zentimetern artig präsentieren. Da drauf ist aber gepfiffen in diesem Jahr. Es befindet sich auf dem Feld zwar durchaus sehr leckerer, knackiger Salat – Angela versucht ihn sogleich sur place und sagt, er schmeckt wundervoll! – aber nix grosse kreisrunde Rosetten, und nix Abstand. Dicht an dicht kauert da eher mittelgrosser bis, ehrlicherweise gesagt, ziemlich kleiner Grumolito, der nun von uns mit den von Rosa wie immer bestens geschliffenen Messern geschnitten werden soll. Und das nun ist jetzt eben Schwerarbeit. Tief in der Erde muss man ansetzen, damit man nicht nur einzelne, auseinanderfallende Blätter erwischt, und viele Regenwürmer müssen daher kurzfristig umziehen.

Was die Tese und ihre Erntegspänlis ein wenig nachdenklich stimmt, das ist die Länge dieser Grumolito-Reihe, die es abzuernten gilt. Die geht nämlich schnurgerade hinunter Richtung Agglomeration und verliert sich irgendwo am Horizont. Und der Tese wird nun auch klar, warum man vom «Fluchtpunkt» spricht.
Wir bleiben aber natürlich da und kommen auch nach der Pause wieder.

Den Pausentisch hat Robi hergerichtet, der macht das immer ganz besonders schön, und die Tese stellt beglückt fest, dass auch hier noch alles wunderbar so ist wie damals vor einem Jahr: Das Messer, das im Apfel steckt, und das beste Konfibrot der Welt gibt es - und herrlichen warmen Hoftee - danke Rosa aus Gmunden und Teegruppe.


Und so gestärkt, motiviert und bestens angeleitet von Rosa vom Gartenteam, schaffen wir noch weitere eineinhalb Stunden Grumolito – nicht ganz bis ans Ende des Horizontes, aber doch viele wunderbare Kisten voll.
Bis zum nächsten Mal, lieber Fondlihof und alle!
