Hofbericht

Mein Fondlihof – die grosse Hitze

Die Hitzewelle, die seit Ende Juni andauert, hat auch das Limmattal erfasst. Ein heisser Bericht von Tese, die aus Biel als Erntehelferin anreist.

Mein Fondlihof – die grosse Hitze

Ja, vorbei sind die Zeiten mit frierenden Fingern in kalter Erde… Es ist bereits 25 Grad, als ich um halb acht bei ortoloco eintreffe, und die Temperatur wird bis Mittag auf 31 Grad steigen. Die Bewässerungsanlagen sind in vollem Gang. Das bedingt für die Betriebsgruppe noch einmal ein komplexes Planungselement mehr: Welche Kultur wann bewässern, damit dann reibungslos geerntet werden kann?

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Wir beginnen mit dem Wasserspinat, das ist schon mal psychologisch gut in der Wärme, die sich minütlich zur Hitze aufbaut. Wasserspinat – Ipomea Aquatica, eines der vielen interessanten Gemüse, das die Gnossis aus ihren Abo-Taschen auspacken und kennenlernen werden. Über 40 Gemüsearten werden auf dem Fondlihof angebaut, und da gibt es immer wieder schöne Überraschungen und köstliche Entdeckungen.

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Dann soll es eigentlich weitergehen zu den Rüebli. Dort ist es aber noch zu nass, weil sie gerade erst bewässert wurden. Also schneiden wir zuerst Fenchel. Der Fenchel ist zu robuster Grösse herangewachsen, präsentiert sich geradezu prahlerisch und lässt sich schlecht schneiden. Ste muss immer wieder unsere Messer schleifen.

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Als es geschafft ist, kommen wir zu den Fava Bohnen, Vicia faba – auch Puffbohne oder Ackerbohne genannt. Fünf Reihen gilt es abzuernten, es ist ein Prachtsertrag dieses Jahr. Das Pflücken geht gut, aber die Reihen sind lang, so werden wir erst nach der Znünipause fertig damit.

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Und dann also geht es noch in die Rüebli. Mit der Gabel wird gestochen und gelockert, dann ziehen wir die Rüebli aus und binden sie zu 105 Bündli zusammen. Es ist mittlerweile bereits 30 Grad, die Luft flirrt, und wir Erntehelferinnen achten uns nicht, dass auf dem Streifen hinter den Rüebli bereits eine neue Kultur angepflanzt ist, von der man halt noch wenig sieht. „Aufpassen!“ ruft Ste, „tretet nicht auf das Feld! Sonst sind die Cardy traurig!“ Cardy also wird es hier geben – die Gemüseartischocke, spannend und fein! Die von der Hitze ermatteten Geister erholen sich bei dieser Aussicht, und vollends munter werden alle, wenn sie auf den prächtig blühenden Mohn schauen. „Den ernten wir“, sagt Patricia strahlend. „und alle Abonnentinnen und Abonnenten erhalten einen Strauss davon in ihre Tasche.“

Das ist der Fondlihof bei Hitze – reiche Ernte, blühende Felder, und ein schönes Zusammengehen bei der Arbeit im gemeinsamen Ziel, wie immer.

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